Unterwegs

unterwegs Schlindwein Fotografie Gengenbach
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unterwegs Schlindwein Fotografie Gengenbach

Der Kunstfotograf Daniel Schlindwein ist "unterwegs", ganz physisch. Vor drei Jahren begann er intensiv im Schwarzwald zu wandern, mit dabei die handliche, digitale Kleinkamera. Poetische Arbeiten von ästhetischer Stringenz sind entstanden. Ein deutlich bestimmtes Wollen kommt zum Ausdruck.

Landschaft, Waldlandschaft, Bäume, Baumstämme in den verschiedenen Schattierungen, Wiesen und Bergblick in Wolken sind die Motive. Die Reihe der Aufnahmen macht sich die Brechung und das Diffundieren des Lichtes durch Nebel zu eigen. Darin erzielt der Fotograf verschiedene Wirkungen. Der Bildgrund, Vorder- und Hintergrund gewinnen Gestaltung, vorne klar, in der Tiefe, die erstaunlich weit reicht, diffus. Es entsteht eine zarte Farbigkeit, auf den ersten Blick kaum sichtbar, auf den zweiten schimmert ein bisschen grün, gelb oder weiß als Farbakzent. Man kommt schon fast dahin zu denken, dass es sich um Gemaltes handelt. Und hier sind wir beim Wollen. Genau darum geht es, mit der Kamera ein Gemälde, ein gutes Bild zu erstellen, über die Dokumentation hinaus. Das findet nicht im Objektiv statt. Vielmehr liegt den Aufnahmen eine klar geprägte Denkweise zugrunde, eine Anschauung, der Blick für die Situation, ein spezielles Licht oder eben die grafischen Strukturen wie das wiegende Spiel der Äste, Strukturen, die durch die Reihung der Bäume entstehen. Wenn man diese Strukturen nicht als solche erkennt, kann man sie nicht ablichten. Insofern ist das Denken vor dem Fotografieren und die entstandenen Bilder geben darüber einen Aufschluss. Die Bearbeitung mit digitalen Programmen wird als Korrektiv eingesetzt. Sie erhält in diesen Aufnahmen keinen eigenen Stellenwert. Das Denken vor den schnellen Click zu setzen, entspricht der klassischen Vorgehensweise beim Fotografieren, wie man sie aus Zeiten der Analog-Fotografie kennt, als Filme und ihre Entwicklung teuer waren, man bangte, ob die Bilder scharf oder unscharf, ob sie doppelt-, über- oder unterbelichtet sind. Entspiegeltes Acrylglas und das mittelgroße Format von 60 auf 80 Zentimeter bieten die Möglichkeit, ins Bild einzutauchen.

Die Themenvielfalt im Werk von Daniel Schlindwein hat mit den Jahren zugenommen. Anfangs hat er nach kleinen unauffälligen Störmomenten in der Natur in den Altrheinauen der Ortenau gesucht, eine Reihe über Baggerseen ist entstanden, Serien, die das nächtliche Licht bei hellem Mondschein in den Fokus nehmen, experimentelle Serien, Planetengesteine, oder Serien, in denen eine Taschenlampe fokussiertes Licht bereitstellte. Mit der neuen Serie führt Daniel Schlindwein die Stringenz im bildlichen Denken fort.

Daniel Schlindwein (*1980 in Gengenbach) erhielt seine Ausbildung an der Fachhochschule Bielefeld, Abteilung Fotografie und lebt seit 2010 als freischaffender Künstler in Gengenbach.

Er ist Mitglied im Künstlerkreis Ortenau und im BBK Südbaden. rn, ist das eine, das andere sind experimentelle Aufnahmen. Sie fordern noch einmal mehr die Wahrnehmbarkeit heraus, stellen Fragen. Mit was für Gebilden haben wir es zu tun, die da so bläulich in tiefem Dunkel schimmern, wie Meteoriten oder ferne Planeten? Zerklüftet, uneinheitlich, raue Oberfläche, rundlich. Hier ist das Bild ganz und gar inszeniert, die Objekte sind selbst hergestellt, soviel sei verraten. Die mysteriöse Aufnahmesituation ist völlig unkenntlich, keinerlei Raum, keine Lichtquelle sichtbar, nur das umgebende Dunkel und das spärlich beleuchtete Objekt, das den Eindruck von Räumlichkeit durch Schattenwurf allein erzeugt. Was sichtbar ist und was unterwegs.



Text von Dr. Susanne Ramm-Weber, Kunstwissenschaftlerin und Slavistin, Offenburg

ramm-weber@t-online.de